Makrelengetüddel

Eigentlich wollte ich nur Watt- und Seeringelwürmer kaufen,
aber als der Verkäufer von fantastischen Makrelenfängen am Vortag erzählt, hatte ich schnell eine Angelkarte in der Tasche, denn das musste ich „überprüfen“.

Am Molenkopf in Hvide Sande
sind am frühen Morgen schon so einige Angler aktiv. Also bleibt nur der zweitbeste Platz an der Molenlängstseite. So richtig passiert allerdings erst mal nichts. Dann fängt der Kollege neben mir eine Makrele und sofort steigt der Adrenalinspiegel. Und tatsächlich bin auch ich kurze Zeit danach erfolgreich. Dann wieder Wurf um Wurf nichts. Weiter vorne auf der Mole geht es da doch viel munterer zu …

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Also wage ich es mal und gehe ganz nach vorn in die 1A Lage.
Platz ist nicht so richtig aber ich stelle mich erst mal mit dazu. Dann Frage ich vorsichtig ob es ok ist, wenn ich hier Position beziehe und bekomme einen Grummellaut zurück der ja und nein bedeuten kann. Ich denke mal positiv: es ist ein ja!

Jetzt soll es richtig losgehen.
Neben mir werden regelmäßig 1-2 Makrelen herausgezogen. Ich schaue mir die erfolgreiche Technik ab – lange warten bis der Köder am Grund ist – rollen – warten –rollen. Ich mache beim Einkurbeln unauffällig Synchronübungen mit meinem jungen dänischen Nachbarn, denn diese Taktik funktioniert hier offensichtlich besonders gut.

Und dann klappt es auch bei mir
und ich kann die ersten Makrelen anlanden. Es sind schöne kämpferische Fische. Dann habe ich riesigen Druck auf der Leine, denn es sind auf einen Schlag drei Fische an den Haken. Die Rute biegt sich extrem – wie ich es noch nie gesehen habe. Ich merke, ich muß mit der Hand an die Schnur kommen um die Fische das letzte Stück hochziehen zu können. Da passiert es auch schon, die geflochtene Schnur reibt an den Molensteinen und reißt unter dem Druck. Mein Angelglück fällt mit Haken, Montage und Fischen zwischen den Molensteinen zurück ins Meer. Ich klettere noch schnell waghalsig die glitschigen Steine nach unten, kann aber nichts mehr retten.

Shit, shit, shit
denke ich – die Fische schwimmen jetzt zu Dritt am Haken im Meer. Das war mein Fehler. Ich hätte für die Situation auf den Molensteinen eine reißfestere Schnur nehmen müssen oder weniger Haken – das „wurmt“ mich richtig.

Und dann doch ein versöhnliches Ende:
Meine Kühltasche ist bereits gut angefüllt als ich wieder mehrere Fische auf einmal an der Angel habe. Ich hatte inzwischen eine 0,45 er Schnurr als Vorlauf angeknotet und diesmal kann ich die 3 Fische landen. Und dann beim näheren hinschauen die Überraschung, ich habe ein Vorfach mit Fischen dran gehakt. Es ist aber nicht mein verlorenes Vorfach sondern ein Fremdes!

Hektik und Hoffnung
Vor mir die drei zappelnden Fische – glitschige Hände und ein riesiges Getüddel verwickelter Angelschnüre – der schwierige Stand auf den Molensteinen – die Fische müssen irgendwie abhakt werden – ich bin froh, als ich die Makrelen endlich in der Kühltasche habe, bin geschafft und packe alles flott zusammen. Dabei muß ich immer wieder den Kopf schütteln, wenn ich vor mir sehe, wie ich gestaunt habe, als ich erkenne das ich ein Vorfach mit Fischen dran geangelt habe. So mache ich mich auf den Rückweg mit der Hoffnung, das ein anderer Angler bald staunend mein Vorfach mit den Fischen aus dem Meer ziehen wird.

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